Frau Dr. Fooke, allergische Erkrankungen nehmen immer mehr zu. Der übernimmt in einem ersten Gespräch mit dem , der Anamnese, die Eingrenzung möglicher Reaktionen und auch der Allergene. Wichtig wird die Feindiagnostik des Bluts im Labor. Welche Rolle spielt der Labortest bei der genauen Diagnose einer Allergie?

Die präzise Allergiediagnostik besteht aus mehreren Säulen: als erste die bereits erwähnte Anamnese, als zweites sollte ein Hauttest durchgeführt werden, wenn die Haut des Patienten es erlaubt. Die dritte Säule der Diagnostik ist die in-vitro Diagnostik, der Labortest. Dieser gewinnt immer mehr an Bedeutung, vor allem wenn die Haut betroffen ist oder Medikamente eingenommen werden, die den Hauttest beeinflussen können, z.B. Anti-Histaminika und Steroide. Außerdem ist er für den Patienten sehr bequem, es wird nur eine Blutprobe abgenommen.

Weitere Vorteile sind die Vielzahl der Allergene, die getestet werden können und die für den Hauttest nicht zur Verfügung stehen und – neuerdings - die Diagnostik mit spezifischen, hoch gereinigten oder rekombinanten, d.h. gentechnisch hergestellten Allergenen, die genaue Auskunft über die spezifischen sensibilisierenden Allergene geben können. Auch mögliche Kreuzallergien, die sich aus der Zugehörigkeit der Allergene zu bestimmten Proteinfamilien ergeben, können nachgewiesen werden. Wir lernen ständig neue Allergenkomponenten kennen, mit denen wir bessere Diagnostik machen können. Aus diesen Ergebnissen kann sogar manchmal der Erfolg oder Misserfolg einer möglichen Behandlung der Allergie, der sogenannten Immuntherapie, abgeleitet werden und damit eine Menge Geld gespart werden falls eine Behandlung nicht erfolgreich zu sein verspricht.

Es gibt mittlerweile sehr viele Allergene- Wie gehen Sie im Labor vor?

Als erstes führt immer der Arzt, der Allergologe, das Gespräch mit dem Patienten, um anhand der Symptome und dem zeitlichen und örtlichen Auftreten schon eingrenzen zu können, um welche Allergengruppe es sich handeln könnte. Viele Patienten kommen auch zum Arzt und sagen: ich bin allergisch gegen …. Für diese vermuteten Allergene lässt der Arzt dann den Labortest durchführen. Die Labortests (in-vitro Diagnostik) messen Konzentrationen der verantwortlichen Antikörper (spezifisches IgE) gegen die vermuteten Allergene.

Je höher der Antikörpertiter ist umso größer ist die Wahrscheinlichkeit einer manifesten Allergie. Niedrige Titer zeigen nur eine Sensibilisierung an, d. h. das Immunsystem reagiert auf das Allergen, möglicherweise (noch) ohne Symptome. Ein Provokationstest, bei dem das Allergen mit dem reagierenden Organ in Kontakt gebracht wird, sollte nur bei nicht übereinstimmenden Ergebnissen zwischen Hauttest, Anamnese und Labortest durchgeführt werden. Tatsächlich liefern die Anamnese und der in-vitro Allergie Test zusammen etwa zu 97% korrekte Diagnosen.

Besonders im Frühjahr sind viele Allergiker von Heuschnupfen betroffen, andere leiden das ganze Jahr über- was sind die verschiedenen Auslöser?

Man unterscheidet hier in Symptom – basierte Labor Diagnostik, dies bedeutet das zeitliche Auftreten der Symptome mit den zu diesen Zeiten vorhandenen Allergenen zu kombinieren: Bei saisonalen (Saison-bedingten) Beschwerden sollten die häufigsten Allergene getestet werden, z.B. Birke, Lieschgras, Beifuss, Alternaria alternata. Bei perennialen (ganzjährigen) Beschwerden können die häufigsten Allergene Hausstaubmilbe, Katze, Hund und die häufigsten Schimmelpilze getestet werden.

Bei Kleinkindern mit Ekzemen, z.B. Urticaria sind die häufigsten Allergene Eiweiß, Kuhmilch, Weizen, Sojabohne, Hausstaubmilbe. Die Diagnostik von Nahrungsmittelallergien erfordert fast detektivischen Spürsinn, manchmal ist es sogar erforderlich, dass der Patient ein Tagebuch über die Nahrungsmittelaufnahme führt, um von dort aus den verantwortlichen Allergenen auf die Spur zu kommen.

Information

Mehr Information unter www.fooke-labs.de.