Aufgrund der allgemeinen klimatischen Veränderungen mit zunehmend wärmeren Durchschnittstemperaturen im Jahr gedeihen bestimmte Pflanzen, wie zum Beispiel die Ambrosia, besonders gut. Der Höhepunkt der Ambrosia-Blüte ist im August/September. Ihr in großen Mengen gebildeter und weit fliegender Pollen ist hochallergen.

Eine aktuellere Studie aus England (Environ Health Perspect, DOI: 10.1289/EHP173) prophezeit, dass Allergien auf Ambrosia-Pollen zu einem starken und sich ausweitenden Gesundheitsproblem in Europa werden. Die Autoren fordern eine strikte Kontrolle des Ambrosia-Wachstums. Der Ambrosia-Experte Dr. Uwe Starfinger vom Julius Kühn-Institut - Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen - in Braunschweig  meint dazu: „Es gibt ausreichend Möglichkeiten, Ambrosia zu bekämpfen und die weitere Ausbreitung in Deutschland zu begrenzen.“

Ambrosia erkennen

Jeder und jede kann bei der Beseitigung des aggressiven Gewächses helfen. Gerade kleine neue Ambrosia-Bestände auf privaten Grundstücken oder im Siedlungsbereich sollten – falls möglich – selbst entfernt werden. „Leider ist die Pflanze nicht leicht zu erkennen, es gibt aber im Internet zahlreiche Seiten, die das Erkennen erleichtern oder die Hilfe anbieten. Auch das Julius Kühn-Institut kann über die E-Mail-Adresse ambrosia@julius-kuehn.de bei der Bestimmung von Pflanzen auf Fotos helfen“, erklärt Dr. Uwe Starfinger.

Entsorgung nur im Hausmüll

Beim Entfernen kleinerer Ambrosia-Bestände ist es ratsam, Handschuhe zu tragen. Das schützt vor möglichen Hautirritationen. Bei blühenden Pflanzen kann eine Staubmaske das Einatmen von Pollen verhindern. Entsorgt werden sollte die Ambrosia samt Wurzeln nur im Hausmüll, nicht im Biomüll oder auf dem Kompost. Da sich möglicherweise an der Pflanze schon Samen entwickeln, könnte eine Kompostierung zur weiteren Ausbreitung führen. Größere Bestände sollten den Behörden gemeldet und von Fachleuten bekämpft werden.

Es fehlt eine spezialgesetzliche Regelung

Reichen diese Maßnahmen aus, um die Verbreitung von Ambrosia in Deutschland wirksam zu bekämpfen? Dr. Uwe Starfinger meint dazu: „In Teilen Deutschlands werden Maßnahmen ausreichend und erfolgreich umgesetzt, anderswo wird nicht genug getan. Im Gegensatz zur Schweiz fehlt bei uns eine spezialgesetzliche Regelung, die etwa Behörden in die Lage versetzen würde, eine Bekämpfung anzuordnen.“

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