Für Menschen mit Pollenallergie, die sich vor der Verbreitung des Blütenstaubs und allergischer Körperreaktion fürchten, heißt es stattdessen: Bei starkem Flug bloß die freie Natur meiden und Fenster schließen. Meist zieht sich diese nervige Prozedur bis Oktober hin.

Pollenflug-Vorhersagen sind für den Leidgeplagten in dieser Phase daher unverzichtbar. Aber wie gelingt Wetterexperten dieser Blick in die Zukunft mit einer zutreffenden Prognose überhaupt? Wir haben dazu bei den Biometeorologen von WetterOnline nachgefragt.
Zunächst wird die aktuelle Aktivität des Pollenflugs analysiert. Dazu stehen so genannte phänologische Beobachtungsdaten zur Wachstumsphase und zum Blühbeginn diverser Pflanzenarten zur Verfügung. Sie werden von 400 Sofortmeldern zusammengetragen, die die Vorgänge in der Natur vor Ort akribisch beobachten und notieren. Diese Daten werden übermittelt und von Experten analysiert.

Die genaue Analyse wird anschließend mit der Wetterprognose kombiniert. Für die Vorhersage stehen hochpräzise Wetterdaten zur Verfügung, die sich aus Modellberechnungen von Supercomputern in nationalen Wetterzentren speisen.

Ergänzt werden die Daten um zeitlich wie auch räumlich hoch aufgelöste lokalen Wettermodelle und schließlich auch um eine präzise Analyse des aktuellen Wetterzustands. Dazu wird auf Satellitenbeobachtungen, Radarmessungen und Meldungen von Wetterstationen zurückgegriffen.

Im letzten Schritt werden die Pollenanalyse und die Wetterprognose gezielt miteinander verknüpft. Das Potenzial für den Pollenflug ist dabei abhängig vom lokalen Stand der Wachstumsphasen der diversen Pflanzen.

Darauf setzt als Hebel das lokale Wetter an. Es entscheidet darüber, ob das Pollenflugpotenzial wetterbedingt tatsächlich zum Tragen kommt oder gedämpft wird. Die Pollenflug-Spezialisten berücksichtigen daher detailliert den Einfluss der einzelnen Wetterparameter wie zum Beispiel Niederschlag, Windstärke, Windrichtung oder Temperaturen auf die zu erwartende Pollenflugaktivität.

Der Allergiker kann sich am Ende auf eine präzise Pollenflugprognose verlassen. So weiß der Heuschnupfen-Geplagte, ob die kleinen Plagegeister in den nächsten Tagen nerven werden oder nicht.