Insgesamt zeigt sich zwar eine Zunahme allergischer Erkrankungen, allerdings ist der tatsächlich reagierende Prozentsatz der Patienten deutlich geringer. Er liegt in Europa bei den Erwachsenen bei 1,4 bis 2,4 %, bei Kindern sind es 0,3 bis 7,5 %.

Das Spektrum der Allergie auslösenden Lebensmittel wird ebenfalls größer. Als Grund hierfür kommen sowohl der verlängerte Pollenflug aufgrund veränderter klimatischer Bedingungen als auch der verstärkte Konsum von exotischen Lebensmitteln in Frage. Patienten mit Verdacht auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten werden häufig ohne seriöse Tests mit einer Fülle verschiedenster Diätempfehlungen konfrontiert.

Diese haben oft eine weitere Einschränkung der Lebensqualität zur Folge. Allerdings haben viele dieser Empfehlungen keinen Nutzen für Patienten.

Daher gilt es, unsinnige Karenzdiäten zu vermeiden. Eine gründliche Anamnese und allergologische Diagnostik sowie eventuelle weitere Tests zur Abgrenzung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z. B. Atemtests) sind daher die Basis jeder ernährungstherapeutischen Betreuung.

Jugendliche und Erwachsene leiden häufiger unter Pollenallergien, welche in milden Wintern sogar schon im Dezember oder Januar Beschwerden verursachen können.

Bei diesen Patienten liegt der Schwerpunkt bei Nahrungsmitteln auf den pollenassoziierten Kreuzallergien. Es gibt häufig mehrere Auslöser von Beschwerden. Im Vergleich hierzu sind bei Allergien im Kindesalter die Reaktionen auf Grundnahrungsmittel die häufigsten. Oft reagieren Kinder nur auf ein oder zwei Lebensmittel, diese sind aber häufig ein wichtiger Bestandteil der täglichen Ernährung.

Seit Jahrzehnten ist die umfassende und differenzierte Diagnostik von Nahrungsmittelallergien sowie Nahrungsmittelunverträglichkeiten und die Abgrenzung von anderen möglichen Krankheiten oder psychosomatischen Beschwerden ein Schwerpunkt unserer Arbeit.

Dazu gehört auch eine individuelle und kompetente Ernährungstherapie. Nach Anamnese und positiven Allergietests (z. B. IgE- und Prick-to-Prick-Test mit nativen Lebensmitteln), eventuell nötigem Atemtest oder einer verblindeten Zusatzstoff-Testung folgen die oralen Provokationen (offen, einfach- oder doppelblind).

Anschließend sorgt eine umfassende Beratung zu versteckten Allergenen und den Tücken der Kennzeichnung dafür, diese Beschwerden gut in den Griff zu bekommen.

Besonders bei Kindern ist eine umfassende Beratung im Anschluss an die Testphase das A und O, da Mängel in der Ernährung während der Wachstumsphase natürlich besonders gravierende Auswirkungen haben können. Mit „einfachem“ Weglassen der identifizierten Allergieauslöser ist es also nicht getan – es muss ein vollwertiger Ersatz gefunden werden.

Unser qualifiziertes ernährungswissenschaftliches Team betreut seit Jahren zahlreiche Patienten. Uns ist eine qualitativ hochwertige ernährungstherapeutische Arbeit wichtig; darum sind alle Mitarbeiter von den Berufsverbänden (VDD, VDOe) zertifiziert. Weiterbildung ist ein wichtiger Faktor, um für unsere Patienten immer auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu sein.

Die stationäre Einweisung von Patienten zur Nahrungsmittel-Testung ohne Hautbefund ist möglich bei anaphylaktischen Reaktionen in der Eigenanamnese (Luftnot, Globusgefühl, Kreislaufdysregulation, Kollaps), mindestens jedoch Angioödem. Bei Kindern ist ein für Nahrungsmittel positiver IgE-Test ausreichend.

Indikationen zur stationären Aufnahme:

  • Nahrungsmittelanaphyalxie
  • Orale Provokationen
  • Testungen mit nativen Lebensmitteln
  • Histaminintoleranz
  • Zusatzstofftestungen