Gemeinsam mit den Pollenallergikern leiden diese Personen unter luftübertragenen, allergieauslösenden Stoffen, sogenannten Allergenen.

Pollenallergiker wissen, was ihre Beschwerden lindert: Regen, feuchte Luft und Windstille. Hausstauballergiker haben in der trockenen Heizperiode deutlich verstärkte Beschwerden. Ihnen sagen die Experten: Vorsicht mit Feuchtigkeit, besser 30 oder 40 Prozent als 50 Prozent! Ist das richtig? 

Es ist logisch, dass nur der in der Luft vorhandene Anteil des Hausstaubes für Beschwerden und Krankheit verantwortlich sein kann. Dieser Anteil ist schwierig zu messen. Vor einem Jahr ist erstmals eine Studie veröffentlicht worden, in der bei zehn Personen über 24 Stunden während den üblichen Aktivitäten die effektiv eingeatmete Menge an Milbenallergen bestimmt wurde. Die Studie zeigt, dass die eingeatmete Menge in allererster Linie von den Personenaktivitäten abhängig ist, die zur Staubaufwirbelung führen. Bei niedriger Aktivität (schlafen) wird minimal Milbenallergen eingeatmet. Personen in Bewegung und bei Aktivität lassen die Konzentration in der Atemluft um das mehr als tausendfache ansteigen!

Der Vorgang der Staubaufwirbelung ist für die Wirkung und damit die Beschwerden und Krankheitsbilder entscheidend. Vor wenigen Wochen wurde eine Studie veröffentlicht, die gezeigt hat, dass die Aufwirbelung von Milbenbestandteilen von einem Linoleumboden um das rund hundertfache kontinuierlich abnimmt, wenn die Luftfeuchtigkeit von zehn Prozent auf 40 Prozent und 80 Prozent gesteigert wird. Dies entspricht unserer Alltagserfahrung und erklärt, weshalb Trockenheit Allergiebeschwerden verstärkt.

Merkblätter empfehlen Allergikern, in ihren Wohnungen eine Obergrenze der Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent einzuhalten. Einige Empfehlungen nennen eine Untergrenze zwischen 35 und 40 Prozent. Verschwiegen wird, dass während drei Viertel des Jahres in unseren Häusern diese Obergrenze überschritten wird. Verschwiegen wird ebenfalls, dass in der großen Mehrheit der Gebäude (alten, vor allem aber neuen Gebäuden) die Untergrenze im Winter weit unterschritten wird. Monatliche Durchschnittswerte von 20 Prozent sind üblich geworden. Diese ausgeprägte Trockenheit führt zu einer Zunahme der Allergiebeschwerden im Winter, da sie die Aufwirbelung von Hausstaub begünstigt.

Die Luftfeuchtigkeit ist für das Ausmaß der Staubaufwirbelung von großer Bedeutung. Experimente zeigen, dass die Haftung von „angefeuchtetem“ Staub auf glatten Böden oberhalb von 30 bis 40 Prozent rasch zunimmt. In diesem Bereich steigt auch das Gewicht der Staubpartikel durch Wasserkondensation rasch an. Sie kleben zusammen, bilden Verbände und sinken rascher wieder auf den Boden ab. Andererseits nehmen oberhalb von 60 Prozent Feuchte die Risiken von Schimmelprobleme zu. Der optimale Feuchtebereich für die Minimierung der Allergiebeschwerden liegt deshalb zwischen 40 und 60 Prozent. Allergiker sollten mit einem digitalen Hygrometer die Luftfeuchtigkeit beobachten. 

Exakt den Anteil der Allergene zu messen, die über die Raumluft unsere Atemwege erreichen, ist kompliziert und teuer. Das einzige, immer verfügbare Messinstrument für die Echtzeitmessung der Wirkung sind die Schleimhäute von Nase, Atemwegen und Augen. Vertrauen Sie diesen Wahrnehmungen, handeln Sie eigenverantwortlich und entscheiden Sie selbst, was Ihnen hilft und was nicht!