Oder die Nase ist morgens dicht, der Kopf dröhnt – dann ist es vielleicht eine Allergie gegen die Hausstaubmilben, die sich bevorzugt in den Betten aufhalten. Viele Patienten nehmen ihre Allergie nicht ernst: „Das ist doch nur ein Heuschnupfen“, nicht wissend, dass sie ein hohes Risiko haben, ein allergisches Asthma zu entwickeln.

Aber nicht nur die Symptome an Augen, Nase, Haut und Lunge machen den Allergikern zu schaffen. Auch die Lebensqualität leidet. Schlaf, Aktivitäten und das psychische Befinden sind beeinträchtigt, aber auch die Leistungsfähigkeit in der Schule oder am Arbeitsplatz ist reduziert. Allergiker verursachen im Jahr rund eine Million Fehltage.

Allergikern wird in der Regel zuerst geraten, das allergieauslösende Allergen zu meiden, das ist aber häufig kaum möglich. Wie soll sich ein Pollenallergiker im Frühjahr und Sommer vor Pollen schützen? Soll er den ganzen Sommer im Haus bleiben?

Häufig werden dann antiallergische Medikamente eingenommen, sogenannte Antisymptomatika. Diese lindern zwar kurzfristig die Symptome, können aber nicht verhindern, dass die gleichen Beschwerden im nächsten Jahr wieder auftreten und häufig sogar immer schlimmer werden.

Oft entwickeln die Allergiker im Laufe der Jahre zusätzlich Allergien gegen andere Allergene und auch asthmatische Beschwerden bis hin zum chronischen Asthma. Hier stellt die Hyposensibilisierung – auch spezifische Immuntherapie genannt – die einzige Therapie dar, die die Ursache der Allergie bekämpft.

Durch die regelmäßige Gabe des allergieauslösenden Stoffes selbst wird das Immunsystem angeregt, eine Toleranz gegen das Allergen zu entwickeln. Das Immunsystem erkennt somit das Allergen nicht mehr als „Feind“. Das führt dazu, dass der Allergiker weniger Symptome entwickelt und eine bessere Lebensqualität und Leistungsfähigkeit sowohl in Beruf, Schule als auch der Freizeit hat.

Und die Gefahr, Allergien auf andere Allergene oder ein allergisches Asthma zu entwickeln, ist wesentlich reduziert. Der positive Effekt bleibt häufig noch Jahre nach Beendigung der Hyposensibilisierung bestehen.

Die meisten Menschen, die an einer Allergie leiden, wissen dies nicht. Denn die wenigsten Allergiker gehen zum Arzt. Nur etwa 25 Prozent sind überhaupt in ärztlicher Behandlung, schätzungsweise nur zehn Prozent suchen einen allergologischen Facharzt auf. Der Anteil der Allergiker, der eine Hyposensibilisierung erhält, liegt bei unter zehn Prozent.

Angesichts der zunehmenden Zahl an Allergikern lässt das für die Zukunft nichts Gutes erwarten: Die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit werden sich weiter verschlechtern, aber auch die Kosten für das Gesundheitssystem letztlich steigen.

Jeder, der allergische Beschwerden hat, sollte diese ernst nehmen und zum Arzt gehen. Dieser kann schnell und unkompliziert prüfen, ob eine Allergie vorliegt, welche Allergene die Ursache sind und ob eine subkutane Hyposensibilisierung infrage kommt. Nur wer frühzeitig zum Arzt geht, hat auch eine gute Chance, die Entwicklung von Allergien auf andere Allergene oder eines allergischen Asthmas zu verhindern und einen nachhaltigen positiven Effekt zu erzielen.