Viele Betroffene nutzen Inhalationsgeräte, empfinden sie jedoch als einschränkend, denn sie sind meist laut, auf Netzstrom angewiesen und nicht tragbar.

Wir sprachen mit Prof. Dr. med F. Herth, Chefarzt Pneumologie und Beatmungsmedizin an der Thoraxklinik Heidelberg.

Wer ist tatsächlich mit Atemwegserkrankungen konfrontiert?

Obstruktive Atemwegserkrankungen können jede Altersklasse treffen. Asthma gibt es vom Frühkind bis hin ins hohe Alter. COPD tritt meist erst ab 40 - 50 Jahren, Lungenentzündungen oder Bronchitis zu jedem Lebensalter auf. Wichtig ist es, bei Atembeschwerden, die länger andauern, einen Facharzt aufzusuchen.

Hat sich die Inhalationstherapie bei Atemwegserkrankungen als sinnvolle Behandlungsmethode erwiesen?

Inhalative Medikationen haben sich bei vielen Atemwegserkrankungen als hervorragende Therapieoption erwiesen, da eine Wirkstoffdeposition mit sehr geringer Dosis möglich ist und systemische Nebenwirkungen dramatisch reduziert sind.

Was gilt es bei der Inhalation zu beachten?

Sie sollte sachgerecht durchgeführt werden. Bei klassischen Treibgas- oder Pulver-Aerosolen ist die richtige Deposition wichtig, um mangelnde Wirkung zu vermeiden. Bei einer Feuchtinhalation, ob durch Kompressor oder Membranvernebler erfolgt diese über mehrere Minuten - damit kommt dann auch die gewünschte Dosierung in der Lunge an. Hier gilt es die Hygienevorschriften zu beachten und Gerät und Inhalationsapplikationssystem regelmäßig zu reinigen.

Was sollte man beim Kauf von Inhalationsgeräten beachten?

Es muss bedacht werden, welche Lungenerkrankung mit welchem Wirkstoff in welcher Atemwegsregion behandelt werden soll. Da für alle Therapiearten die regelmäßige Einnahme von zentraler Bedeutung ist, sollten Geräte so effektiv und gleichzeitig so einfach zu bedienen sein wie möglich, um die Therapietreue zu sichern. Mit leisen Geräten kann man während der Inhalation lesen oder fernsehen. Sind sie dann auch noch mobil, machen sie eine Nutzung unterwegs einfach – je nach Behandlungsfrequenz nicht unwichtig.

Was sind die aktuellen Trends für die Behandlung zu Hause?

Aktuell tut sich viel: Die Geräte werden kleiner, leiser, es gibt Geräte für Kinder wie Erwachsene, unterschiedliche Inhalationsmasken und -zubehör sowie neue Techniken, wie z.B. Inhalationsgeräte, die die Einstellung unterschiedlicher Partikelgrößen für die optimale Behandlungswahl bieten. Am besten ist es, sich über die Modelle zu informieren – auch wenn ein Rezept des Arztes vorliegt.

Was sind die Vorteile eines mobilen Membran-Verneblers?

Großer Vorteil dieser batteriebetriebenen Geräte ist, dass Patienten sie überall mitnehmen können, ob im Ranzen oder der Handtasche: Damit kann zeitgerecht inhaliert werden, sodass eine möglichst optimale therapeutische Dosierung erreicht werden kann.