Mit der minimalinvasiven Bronchialen Thermoplastie steht nun ein Verfahren zur Verfügung, die Krankheit effizienter zu behandeln.

Was versteht man unter der Bronchialen Thermoplastie?
Es handelt sich dabei um ein sicheres und minimalinvasives Therapieverfahren. Behandelt wird die verdickte Bronchialmuskulatur, ein wesentliches Merkmal des schweren Asthmas und oft Auslöser der akuten Verschlechterung.

Wie äußert sich die Krankheit für diese Patienten konkret?
Rund 70 bis 80 Prozent der Asthmatiker werden mit Sprays behandelt. Es gibt jedoch eine gewisse Anzahl an Betroffenen, die trotz dieser Basistherapie weiter Beschwerden haben. Ihr Alltagsleben ist stark eingeschränkt, und sie müssen dann im Akutfall zum Arzt oder in die Notfallambulanz. Letztendlich ist ein normales Leben nicht möglich.

Aufgrund des Asthmas wird ihre Atemwegsmuskulatur stärker beansprucht und immer dicker. Der Durchmesser ihrer Atemwege wird dadurch geringer, das Volumen darin nimmt ab – und die Patienten bekommen weniger Luft. Kommt es zu einem plötzlich auftretenden Bronchialkrampf, muss der Arzt oft zusätzlich Kortisontabletten einsetzen, die wieder entsprechende Nebenwirkungen bedingen.

Wo setzt bei den betroffenen Patienten diese neue Therapieoption an?
Der Arzt erwärmt über einen Katheter, den er über ein Bronchoskop in die Lunge einführt, das Gewebe auf 65 Grad Celsius. Die überschüssigen Muskeln werden auf diese Weise punktuell reduziert, sodass die Möglichkeit eines akuten Bronchialkrampfes deutlich reduziert wird. Notwendig sind dazu drei Behandlungssitzungen dieser Art in einem Abstand von mehreren Wochen, um die ganze Lunge behandeln zu können.

Wie profitieren die Patienten von der Bronchialen Thermoplastie?
Die Patienten leiden zwar weiter an Asthma und bedürfen ihrer Asthmasprays. Aber die erwähnten Bronchialkrämpfe können signifikant reduziert werden. Notaufnahmebesuche und Klinikaufenthalte nehmen ab, und die Patienten verfügen über mehr Lebensqualität. Zudem wird das Verfahren sehr gut toleriert. Lediglich in den ersten Tagen nach dem Eingriff kann es zu einer kurzfristigen Verschlechterung der Symptome kommen. Deshalb verläuft die Therapie auch stationär unter Beobachtung.

Welche Erfahrungen haben Sie bisher gesammelt, und was besagen Studien?
Erste Langzeitstudien über fünf Jahre starteten 2004. Danach gab es keine unerwarteten Nebenwirkungen und keine Langzeitkomplikationen. Die Ergebnisse der Behandlungen blieben gleichzeitig erhalten. Seit ein paar Jahren gibt es nun auch eine Zulassung für das Verfahren. Wir führen zwei bis viermal pro Monat die Bronchiale Thermoplastie durch und haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht.

An welche Ärzte wendet sich der Patient für dieses Verfahren?
Der behandelnde Arzt überweist den Patienten zunächst in eine Klinik, die diese Therapie durchführt. Diese Klinik sollte auf die Behandlung von schwerem Asthma spezialisiert sein. Dort wird nach mehreren Tests entschieden, ob sich der Patient für das Verfahren eignet. Behandelt werden sollten ausschließlich Betroffene, bei denen eine Standardtherapie nicht mehr ausreicht. Wichtig ist immer ein Team von Experten, das die nötige Erfahrung mit Lungenspiegelungen unter Narkose besitzt.