Das Ziel einer modernen Asthmatherapie ist verbunden mit der Suche nach Präventionsstrategien sowie neuen immunologischen Interventionen zur Vermeidung von irreversiblen Schäden in den Atemwegen.

Beispiele der Phänotypen sind das allergische oder atopische Asthma oder das eosinophile oder neutrophile nicht allergische Asthma. Diese Typisierung wird aktuell und in Zukunft immer wichtiger und ist dringend notwendig zur gezielteren Therapiestrategie, insbesondere von schweren Asthmaformen, die sich trotz maximaler Standardtherapie nicht in einem kontrollierten Asthmastadium bewegen und gegebenenfalls sehr von einer Add-on-Therapie mit sogenannten Biologika profitieren. Dies insbesondere mit Blick auf eine langfristige „Kortison-Sparstrategie“.

Biologika sollten allerdings nicht anstelle, sondern als Ergänzung zur inhalativen Standardtherapie eingesetzt werden. Hier gilt nach wie vor die aktuelle Therapieempfehlung der internationalen Asthma-Leitlinie (GINA-Guideline 2015).

Empfohlen wird bei leichtem Asthma eine inhalative niedrig dosierte Kortisontherapie, die bei Lungenfunktionseinschränkung durch einen langwirksamen β2-Agonisten, wie zum Beispiel Formoterol, kombiniert wird. Sollte diese inhalative Therapie zu keinem kontrollierten Asthmastadium führen, so kann ergänzend, insbesondere bei häufigen Exazerbationen, ein Anticholinergikum (zum Beispiel Tiotropiumbromid Respimat) inhaliert werden.

Dies ist neu, da ein Anticholinergikum bisher nur für die COPD zugelassen war. Sollte weiterhin ein nicht kontrolliertes Asthma vorherrschen, kann zusätzlich die inhalative Steroiddosis erhöht werden und/oder das Therapiekonzept durch Montelukast ergänzt werden.

Bereits seit einigen Jahren ist Omalizumab (Anti-IgE) als erstes Biologikum zugelassen – mit hoher Effektivität und großem Sicherheitsprofil auch für Kinder mit schwerem allergischem Asthma.

Früher konnte Omalizumab erst in die Therapie mit aufgenommen werden, wenn Patienten mit schwerem Asthma bereits eine lange Leidenszeit mit oralem Kortison und allen damit zusammenhängenden Nebenwirkungen durchgemacht hatten.

Heute ist Omalizumab bereits vor Einsetzen einer oralen Kortisontherapie als Therapieoption zulässig (siehe neue GINA-Leitlinien). Zudem ist nun auch seit einigen Wochen ein erster Anti-IL-5-Antikörper (Mepolizumab) für die Therapie von eosinophilem Asthma zugelassen.

Weitere Biologika zu allergischem Asthma sind derzeit in klinischen Studien erhältlich, so zum Beispiel Dupilumab, ein spezifischer Anti-IL-4-/Anti-IL-13-Antikörper, oder Reslizumab (Anti-IL-13-Antikörper). Es bleibt uns Lungenfachärzten die Aufgabe, die gezielten Angriffspunkte der einzelnen Biologika exakt zu kennen, um den „richtigen“ Asthmapatienten für das entsprechende Biologikum zu finden und um mit diesen neuen Asthmatherapien sicher und erfolgreich zum Wohle unserer Asthmaerkrankten umzugehen.