Asthmapatienten auf der Intensivstation waren keine Seltenheit, die Sterblichkeit im akuten Asthmaanfall war nennenswert. Heute sehen die Assistenzärzte und -ärztinnen während ihrer Weiterbildungszeit nur noch selten einen schweren Asthmaanfall; Asthma auf der Intensivstation ist eine Rarität.

Wie ist es zu einer solchen Verbesserung des Gesundheitszustands von Asthmapatienten gekommen?

Den entscheidenden Durchbruch stellte sicherlich die Einführung inhalativer Corticosteroide als Basistherapie dar. Durch die Hinzunahme langwirksamer Sympathikomimetika wurde in den neunziger Jahren, zunächst als freie Kombination, dann als Fixkombination aus einem Inhaler, die Therapie weiter verbessert.

Flexible Therapieregime, bei denen Fixkombinationen sowohl in der Dauertherapie als auch in Notfallsituationen benutzt wurden, machten die Therapie einfacher und dem Krankheitsgefühl der Patienten mehr entsprechend. Mit der Zulassung von Tiotropium als erstem Anticholinergikum in der Asthmatherapie im letzten Jahr wurde die Symptomkontrolle noch einmal verbessert.

Asthma ist heute eine Erkrankung mit einer normalen Lebenserwartung und einer guten Lebensqualität.

Viele Patienten wissen gar nicht, wie gut es ihnen heute geht. Sie haben die Zeiten mit schlechter Asthmakontrolle nicht mehr erleben müssen. Trotz all dieser Therapieerfolge und guter Basistherapie leiden jedoch fünf bis zehn Prozent der Patienten weiter unter Asthmasympthomen, die die Arbeitsfähigkeit, den nächtlichen Schlaf, die Belastbarkeit und damit die Lebensqualität erheblich einschränken.

In den letzten Jahren ist es gelungen, diese Patienten besser zu charakterisieren und mit hochmodernen neuen Medikamenten zu behandeln.

Diese am Erscheinungsbild des Patienten, die sogenannte Phänotyp orientierte Therapie, begann vor zehn Jahren mit der Einführung des Omlizumab, des ersten gegen Immunglobulin E (IgE) gerichteten Antikörpers, in den Markt. Patienten mit nachgewiesenem allergischen Asthma, die vor allem unter häufigen Anfällen litten und ein erhöhtes IgE aufwiesen, konnten so erfolgreich behandelt werden.

Die Therapie des Asthmas ist eine Erfolgsgeschichte, die durch intensive Forschung und gute Patientenbetreuung geschrieben wurde.

Im letzten Jahr hat die seither schnell fortschreitende Entwicklung solcher „Biologicals“ weitere Fortschritte gezeigt. Antikörper gegen Interleukin 4, 5 und 13 befinden sich in klinischen Studien oder sind bereits im Zulassungsverfahren. Alle diese Substanzen können bei eosinophilem Asthma die Zahl der Eosinophilen im Bronchus vermindern und die Eosinophilenfunktion beeinflussen.

Diese Antikörper wirken nicht bei allen Asthmapatienten. Die Patienten müssen von im Umgang mit schwerem Asthma erfahrenen Pneumologen gut ausgewählt und dann engmaschig kontrolliert behandelt werden. Wenn diese Punkte erfüllt sind, können heutzutage aber fantastische Therapieerfolge erzielt werden.

Und es ist noch nicht zu Ende. Weitere erfolgsversprechende Substanzen stehen vor der Tür.