Auf meinem Instagram-Kanal nehme ich meine Follower auf meiner Reise durch das Studium mit. Das Thema „Lunge“ begegnet einem direkt im ersten Studienjahr und begleitet einen bis zum Ende des Studiums. Über die Anatomie und Physiologie geht es zur Pathophysiologie und letztlich zu den Erkrankungen der Lunge.

Der erste "Lungenkontakt"

Den ersten Kontakt zur Lunge hat man als „Ersti“ schnell im Präppkurs, in dem man die theoretisch gelernten anatomischen Strukturen an einem Leichnam darstellt. Schon makroskopisch kann man bei den sogenannten Körperspendern Unterschiede erkennen, wie zum Beispiel die dunkle Farbe und feste Struktur der Lunge eines langjährigen Rauchers im Vergleich zu einem Nichtraucher. Für mich war es einer der eindrucksvollsten Momente des Studiums, als ich zum ersten Mal eine Lunge in meinen Händen halten durfte.

Achtung COPD!

Die COPD (engl. für chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) ist häufiger als „Raucherlunge“ bekannt. Nur wenigen ist bewusst, dass die COPD weltweit die vierthäufigste Todesursache darstellt, Tendenz steigend. Die Erkrankung hat zu 80 bis 90 Prozent einen langjährigen Nikotinkonsum als Krankheitsursache, wobei die Lungenarchitektur nachhaltig und irreversibel geschädigt wird.

Dabei treten häufige Entzündungen des Lungengewebes, Verengungen der luftleitenden Wege und oft auch ein Emphysem (Lungenüberblähung) auf. Das Tückische an dieser Krankheit ist der schleichende Prozess, der sich teilweise über Jahrzehnte ziehen kann, was der Grund dafür ist, dass viele junge Menschen nichts von dieser Krankheit wissen – in den wenigsten Fällen weisen Patienten unter 40 Jahren Symptome auf.

Im Laufe der Jahre schleichen sich vermehrt Symptome wie Husten (mit morgendlichem Auswurf), Leistungsminderung, Atemnot und wiederkehrende Infekte ein, die auch von älteren Patienten zunächst meist als harmlos abgetan und nicht ernst genommen werden. Ein Arzt wird oft erst sehr spät konsultiert.

Kippe adé

Das Aufgeben des Rauchens jeglicher Art (Zigaretten, Wasserpfeifen und Weiteres) stellt in dem Zusammenhang die wichtigste Maßnahme dar, um das Risiko einer COPD zu verringern beziehungsweise bei bestehender COPD den Progress zu minimieren. Patienten mit bestehender COPD werden außerdem spezielles Lungentraining, körperliche Aktivität und (ab 60 Jahren) saisonale Impfungen empfohlen.

Ein Risikofaktor, der mir persönlich auch sehr am Herzen liegt, ist das Passivrauchen – besonders bei Kindern. Neben der Vorbildfunktion der Eltern spielt die Vulnerabilität der Kinderlungen eine wichtige Rolle für die spätere Entwicklung einer COPD.

Fortschritte kennen

Trotz aller Fortschritte in der Medizin ist es bis heute nicht möglich, die COPD vollständig zu heilen, was zu einer so hohen Sterblichkeit führt. Es stehen lediglich supportive Maßnahmen zur Verfügung. Aus diesem Grund trägt der Patient, anders als bei manch anderen Erkrankungen, eine große Eigenverantwortung im Rahmen von Nikotinverzicht und Bewegung, um die Risiken zu minimieren, bevor man in ein Stadium der irreversiblen Schädigung kommt.

Wegen des tückischen Verlaufs und der hohen Eigenverantwortung ist es wichtig, dass nicht nur bereits erkrankte Patienten geschult werden, sondern dem Thema in der Bevölkerung grundsätzlich eine größere Aufmerksamkeit geschenkt wird.

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