Seit wann wissen Sie von Ihrer Erkrankung?

Erst seit einigen Wochen. Ich muss dazu sagen, dass ich vor zehn Jahren von meinem Hausarzt die Diagnose Asthma bekam und auch auf Medikamente dafür eingestellt wurde.

Wie wurde COPD dann diagnostiziert?

Anfang des Jahres hatte ich einen schlimmen Asthmaanfall und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Dort untersuchte mich ein Lungenfacharzt und machte auch ein Röntgenbild. Schließlich diagnostizierte er COPD – was mich nicht verwunderte.

Warum?

Meine Eltern litten beide an dieser Krankheit. Daher kannte ich mich damit schon aus. Doch natürlich entsetzte mich diese Diagnose auch, besonders weil ich vermutlich schon seit Jahren darunter leide.

Wie kommt es, dass es nicht schon früher erkannt wurde?

Für meinen Hausarzt waren die Symptome eindeutig Asthma und ich habe nicht nachgefragt – was wohl mein Fehler war.

Was waren die Ursachen bei Ihnen?

Die Ärzte sagen, dass es vom Rauchen kommt. Ich bin jedoch überzeugt, dass es auch erbliche Ursachen hat. Von vielen COPD-Patienten weiß ich, dass häufig auch ein Familienmitglied aus der vorherigen Generation COPD-krank war, so wie bei mir. Man kann das nicht nur aufs Rauchen schieben, denke ich.

Was hat sich seitdem für Sie verändert? Wie gehen Sie damit um?

Dadurch, dass ich es noch nicht so lange weiß, bin ich noch mitten in der Diagnosebewältigungsphase. Und wenn ich einen Anfall bekomme, rufe ich den Notarzt oder nehme ein Beruhigungsmittel. Das und die Anwesenheit von meinem Mann oder meiner Tochter helfen mir in einer solchen Situation am meisten. Allein sein kann ich dann nicht.

Wie äußert sich ein Anfall?

Ich bekomme Herzrasen, mein Puls steigt auf über 200, ich hyperventiliere quasi und bekomme dadurch dann auch keine Luft mehr.

Haben Sie auch Begleiterkrankungen?

Ja, leider. Mein Herz funktioniert durch die Anfälle leider nicht mehr so gut. Ich muss sehr viele Medikamente nehmen, damit mein Herz richtig schlägt.

Man traut sich nicht mehr vor die Tür, weil man Angst hat umzukippen. Die Gefahr ist daher auch riesengroß, sich zu Hause zu vergraben, gar nicht mehr rauszugehen.

Wie leben Sie mit der Diagnose?

Ich versuche weiterzuleben, wie jeder andere auch, und nicht ständig an meine Erkrankung zu denken. Wenn ich einen Anfall bekomme, geht es mir natürlich sehr schlecht. Hinzu kommt, dass ich wieder angefangen habe zu rauchen, auch wenn ich weiß, dass dies für mich schädlich, wenn nicht sogar tödlich ist. Ich kann es aber leider trotzdem nicht lassen.

Woran liegt das?

Wenn man den ganzen Tag zu Hause sitzt, über seine Krankheit und sein Leben nachdenkt, ist das für mich ein unüberwindbarer Kreislauf, den ich einfach nicht durchbrechen kann. Im Alltag fehlt einfach die Ablenkung, hinzu kommt die Einsamkeit, und da ist der Griff zur Zigarette oft der einfachste – das beruhigt mich. Mein größtes Ziel ist es zu schaffen, mit dem Rauchen aufzuhören.

Was haben Sie sich zudem für Ziele gesetzt?

Mein größtes Ziel ist, meinen siebenjährigen Sennenhund zu überleben. Auch wenn diese Hunde nicht so alt werden, ist es mir wichtig, ihn zu überleben, damit er nicht allein dasteht. Älter als zwölf Jahre wird diese Rasse aber häufig nicht. Das ist mein erstes Ziel. Natürlich hoffe ich, noch viel älter zu werden, aber man kann nie wissen, wie sich diese Krankheit entwickelt.

Was wollen Sie anderen Erkrankten raten?

Das ist schwer. Ganz wichtig ist wirklich das Aufhören mit dem Rauchen, weil es einen immer weiter ins Grab bringt. Aber da bin ich kein gutes Vorbild. Zudem sollte man regelmäßig kleine Spaziergänge machen, raus an die frische Luft.