Bei dieser Lungenerkrankung sind die Atemwege chronisch entzündet und dauerhaft verengt. Diese Krankheit gibt es schon seit Jahrhunderten. Allerdings hat die Medizin sie erst seit rund 20 Jahren klar definiert. Vorher wurde diese Erkrankung mit anderen Begriffen wie Asthma, chronische Bronchitis oder Raucherhusten in einen Topf geworfen. Mit der klaren Benennung der Erkrankung steigt nun auch das Bewusstsein unter den Ärzten dafür und damit der Wissens-Transfer in die Öffentlichkeit.

Das ist eine positive Entwicklung. Aber die ist auch notwendig. Denn die COPD ist nicht nur eine den Patienten sehr belastende Erkrankung. Sie gehört mittlerweile zu den häufigsten Todesursachen weltweit.

Die Abkürzung steht für die englische Bezeichnung „chronic obstructive pulmonary disease.

Wer erkrankt an COPD?

Der Altersdurchschnitt der Patienten ist 65 Jahre. Meistens trifft es Raucher. Rund ein Drittel der deutschen Bevölkerung raucht. Von diesem Drittel wiederum entwickelt etwa ein Drittel eine COPD, also 10 bis 12 Prozent der Deutschen.
 

Wichtig ist auch: Wenn ein Raucher COPD bekommt, steigt sein Risiko, Lungenkrebs zu bekommen.
Vor allem in Asien und Afrika kommt ein weiterer Risikofaktor hinzu: Durch Kochen auf offenem Feuer werden in Innenräumen Schadstoffe eingeatmet, so dass auch Nichtraucher dort oft an COPD erkranken. Bei einigen Patienten vermutet man außerdem als Ursache der Erkankung häufige Infekte in der Kindheit und Jugend.

Was passiert genau bei der Krankheit und wie kann man sie therapieren?

Es verengen sich die Atemwege und die Lunge wird gleichzeitig überbläht. Oft entwickelt sich die Krankheit beim Patienten über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren. Der Patient leidet dann an Atemnot bei Belastungen. Bei der Behandlung versucht der Arzt daher, die Atemwege wieder zu erweitern.

Dafür gibt es inzwischen sehr effiziente Medikamente. Das Verschließen und Öffnen des Atemweges regulieren beim Menschen der Parasympathikus und der Sympathikus. Bei der Therapie hemmt man den einen und treibt den anderen an. Wie man beim Auto die Bremse löst und Gas gibt.

  • Es gibt inzwischen die Möglichkeit, beide Medikamente zusammen in einem Inhalator einzuatmen: langwirksame Sympathomimetika, die den Sympatikus antreiben, sogenannte LABA
  • und langwirksame Parasympathikolytika, die den Parasympatikus hemmen, sogenannte LAMA.

Allerdings gelingt dadurch keine vollständige Öffnung der Atemwege, wie sie zum Beispiel bei Asthma möglich ist. Dennoch wird die Erkrankung erheblich gemildert und der Patient gewinnt Lebensqualität zurück.

Gibt es weitere Methoden der Behandlung?

Es gibt eine Reihe an weiteren Therapie-Optionen, die aber nur für ausgewählte Patienten zutreffen. Beispielsweise kann das Lungenvolumen chirurgisch oder endoskopisch verkleinert werden. Dabei werden defekte Bereiche der Lunge entfernt und das Zwerchfell wieder funktionstüchtig gemacht. Entscheidend ist bei diesen Zusatzoptionen aber immer, die richtige Therapie für den richtigen Patienten zu finden. So banal es klingt: Die wichtigste Therapie ist natürlich der völlige Verzicht auf das Rauchen. Dies fällt vielen Patienten aber schwer.

Gibt es Folgeerkrankungen, die den Patienten belasten?

Wegen der Luftnot bei Belastungen versuchen viele Erkrankte, Anstrengungen zu vermeiden. So entsteht ein Teufelskreis. Denn die Immobilität führt zu Muskelschwäche und anderen Organschwächen, weil dem Körper Bewegung fehlt. Hinzu kommt, dass die Entzündung in den Atemwegen auf andere Organe übergreifen kann: dies führt zu einer weiteren Schwächung der Organe.