Auch der Lungenkrebs nimmt leider weiter zu: Aktuell ist Lungenkrebs bereits die häufigste Krebstodesursache unter Männern und Frauen in Deutschland. Demzufolge wächst auch die Verantwortung von uns Ärzten und Forschern, die sich mit der Lungenheilkunde beschäftigen.

Einerseits versuchen wir, Wege und Mittel zu finden, wie die Entstehung und die weitere Zunahme von Atemwegs- und Lungenerkrankungen verhindert werden können. Andererseits kämpfen wir, ob nun in der Praxis oder in der Klinik, jeden Tag darum, dass die Beschwerden der Patienten, die bereits an einer der chronischen Erkrankungen leiden, verringert oder sogar beseitigt werden.

Die Zusammensetzung unserer Atemluft spielt hierbei eine wichtige Rolle. Dies wird allein schon dadurch deutlich, dass der Mensch mehr als 10.000 Liter Luft pro Tag ein- und ausatmet. Besonders schädlich ist Zigarettenrauch, welcher für die Zunahme des Lungenkrebses und der COPD hauptverantwortlich zeichnet.

Luftschadstoffe wie Feinstaub oder Ozon beeinträchtigen die Lungengesundheit.

Hinzu kommen Schadstoffe und Allergene, welche an bestimmten Arbeitsplätzen eingeatmet werden. Aber auch die allgemeine Luftqualität, welche durch Straßenverkehr, Industrie, Landwirtschaft und Kleinfeuerungsanlagen beeinträchtigt wird, spielt eine Rolle bei Lungenerkrankungen. Von besonderer Bedeutung sind hierbei Ozon, Feinstaub und Stickoxide. Nicht vergessen werden darf, dass auch jeder Mensch selbst, zum Beispiel durch das Vermeiden von Zigarettenrauchen, einen erheblichen Einfluss auf die Qualität der eingeatmeten Luft hat.

In den aktuellen Diskussionen um Fahrverbote und die Schließung abgasträchtiger Industrieanlagen stellen sich immer wieder die gleichen Fragen: Wie schädlich sind Abgase aus Verkehr und Industrie für die Atemwege? Welche Zusammenhänge zwischen Atemwegs- und Lungenerkrankungen und Luftschadstoffbelastungen sind bislang nachgewiesen worden? Welche Rolle spielt der Wohnort für das Auftreten dieser Erkrankungen?

Studien haben bereits Antworten auf einige Fragen gegeben, aktuelle Forschungen, wie das europaweite „ESCAPE-Projekt“, werden demnächst weitere Antworten geben. Klar ist: Luftschadstoffe wie Feinstaub oder Ozon beeinträchtigen die Lungengesundheit. Ziel muss es sein, saubere Luft für alle und überall sicherzustellen.

Der diesjährige Lungentag, dessen Zentralveranstaltung am 29. September 2018 in der Berliner Charité stattfindet, hat sich daher das Ziel gesetzt, über die Gefahren schlechter Luft für die Lungengesundheit aufzuklären und die deutsche Öffentlichkeit wachzurütteln.

Hierbei sollen nicht nur erfahrene Lungenärzte zu Wort kommen, die den aktuellen Kenntnisstand zu Luftschadstoffen und Lungenerkrankungen so zusammenfassen werden, dass man es auch als Laie versteht. Es soll auch die Generation, die sich in den nächsten Jahrzehnten mit diesem Thema immer wieder auseinandersetzen muss, Gehör finden: die Jugend unseres Landes.

Ein begleitender Malwettbewerb hat daher Schülerinnen und Schülern in Deutschland die Frage gestellt: Wie empfindet ihr die Luftqualität in deutschen Großstädten, und welche Gefahren seht ihr für die Atmung und die Lunge? Wir dürfen auf die Bilder der Schülerinnen und Schüler gespannt sein! Sie sind herzlich eingeladen, die Zentralveranstaltung in Berlin oder eine der vielen Veranstaltungen im ganzen Land (zu finden unter www.lungentag.de) zu besuchen, um sich ein eigenes Bild machen zu können.

Information

Erfahren Sie mehr unter: www.atemwegsliga.de.