Tuberkulose ist eine ansteckende Erkrankung, die am häufigsten die Lunge befällt, aber auch andere Organe wie Lymphknoten oder der Darm können betroffen sein. Besteht ein engerer oder länger andauernder Kontakt zu einer Person mit einer ansteckenden Lungentuberkulose, ist eine Infektion möglich. Sich bei einer kurzen Begegnung wie beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln anzustecken, ist kaum möglich.

Bei einer Ansteckung kommt es zu einer latenten Infektion, diese Personen sind gesund und nicht ansteckend. Allerdings erkranken fünf bis zehn Prozent von ihnen an Tuberkulose, manchmal erst viele Monate oder sogar Jahre später. Typische Symptome können dann Husten, Gewichtsverlust, Schwäche, Nachtschweiß oder Fieber sein.

Manchmal treten diese über einen längeren Zeitraum auf oder können auch fehlen. Bei Verdacht erfolgt eine Röntgenuntersuchung der Lunge, die sichere Diagnose ist der Nachweis des Tuberkuloseerregers. Die Therapie besteht aus einer Kombination mehrerer Antibiotika, die über mindestens sechs Monate eingenommen werden müssen.

In den meisten Fällen kann dadurch Tuberkulose geheilt werden. Ist allerdings der Erreger resistent, sind diese Standardmedikamente nicht mehr wirksam. Die Behandlung ist dann schwieriger und die Heilungschance geringer.

Aber ist Tuberkulose denn heute noch ein Problem?

Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Tuberkulose die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Durch einen Ausbau sozialer Sicherungssysteme und Zugang zur medizinischen Versorgung für die gesamte Bevölkerung kam es zu einem kontinuierlichen Rückgang der Tuberkulosefälle in Deutschland.

Heute ist Tuberkulose in Deutschland selten, im letzten Jahr erkrankten 5.486 Menschen. Sind alle diagnostischen und therapeutischen Mittel vorhanden, ist Tuberkulose eine behandelbare und in den meisten Fällen auch heilbare Erkrankung. In den Fallzahlen spiegeln sich auch immer Migrationsveränderungen wider. Dabei sind Migranten nicht die Ursache der Tuberkulose, sondern vor allem selbst durch diese Erkrankung bedroht.

Denn für die meisten Menschen ist Tuberkulose alltägliche Realität und die Diagnose insbesondere einer resistenten Form langfristig ein Todesurteil. 2016 erkrankten 10,6 Millionen Menschen weltweit an einer Tuberkulose. Mit 1,7 Millionen Todesfällen ist es eine der zehn häufigsten Todesursachen. Für viele der erkrankten Menschen ist der Zugang zu Diagnostik und Therapie nicht vorhanden oder unbezahlbar.

Durch das verminderte öffentliche Interesse daran wurde wenig in Forschung und in die Eindämmung der Tuberkulose investiert. So konnten sich insbesondere resistente Formen der Tuberkulose ausbreiten. Um sich auf ein gemeinsames politisches Vorgehen und die Finanzierung zur Beendigung der Tuberkuloseepidemie zu verständigen, ist für den 26. September ein High-Level-Meeting der Vereinten Nationen (UN) zum Thema Tuberkulose geplant.