So haben es Bakterien und Viren besonders leicht, in unseren Körper einzudringen. Tummeln sich viele Menschen im Winter gemeinsam in warmen, geschlossenen Räumen, Bussen und U-Bahnen, ist die Ansteckungsgefahr zusätzlich erhöht: Winterzeit ist daher auch die Zeit akuter Atemwegsinfekte. Das Spektrum reicht dabei von einer einfachen Erkältung über die echte Grippe bis hin zu akuter Bronchitis oder einer ausgewachsenen Lungenentzündung.

Die harmloseste Form der Atemwegsinfekte ist eine Erkältung. Fälschlicherweise wird sie mitunter auch als grippaler Infekt bezeichnet. Im Vergleich mit der echten Grippe verläuft sie aber harmlos. Vorwiegend wird eine Erkältung durch Viren ausgelöst, die die oberen Atemwege befallen. Deshalb hilft hier auch eine Behandlung mit bakterientötenden Antibiotika nicht. Meist beginnt die Erkrankung zwei bis vier Tage nach Ansteckung durch Tröpfcheninfektion und dauert in der Regel höchstens eine Woche.

Typische Anzeichen einer echten Grippe, der Influenza, sind plötzlich einsetzendes hohes Fieber, trockener Reizhusten, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Abgeschlagenheit. Verursacht werden die Grippewellen, die jeden Winter durch Deutschland ziehen, von Influenzaviren. Eine Impfung kann vor einer Infektion schützen. Allerdings sollte man sich jedes Jahr erneut gegen die Grippe impfen lassen, da die Viren sehr wandlungsfähig sind und der Impfstoff regelmäßig angepasst werden muss. Das Robert Koch-Institut empfiehlt besonders Schwangeren, Senioren und Menschen mit chronischen Erkrankungen eine Impfung.

Dringen die Erreger tiefer in die Atemwege ein, können sich, als Folge einer Erkältung oder Grippe, auch die Schleimhäute der Bronchien akut entzünden. Man spricht dann von einer akuten Bronchitis. In über 90 Prozent der Fälle sind Viren der Auslöser, selten Bakterien. Da eine akute Bronchitis auch chronisch werden kann, ist es wichtig, diese Erkrankung ausreichend und richtig zu behandeln.

Die Ansteckung erfolgt durch engen Kontakt zu Erkrankten, in der Regel durch Tröpfcheninfektion über die Lunge.

Eine der schwersten Atemwegsinfekte ist die Lungenentzündung oder Pneumonie. Häufigste Auslöser der Krankheit sind Bakterien der Art Streptococcus pneumoniae. Aber auch andere Bakterien, Viren oder Pilze können zu einer Entzündung des Lungengewebes führen. Das Tückische an einer Pneumokokkenpneumonie ist, dass sie oft ohne Vorwarnung zu sehr schweren Symptomen führen kann. Auch gegen Pneumokokken kann man sich impfen lassen, wie bei der Grippe wird Menschen aus Risikogruppen eine Impfung empfohlen.

In den letzten Jahren stieg auch die Zahl an Keuchhustenfällen wieder an. Dies liegt vor allem daran, dass der Impfschutz gegen diese hochansteckende Infektionskrankheit allmählich nachlässt und Erwachsene ihn auffrischen müssten. Pertussis, wie der Keuchhusten in der Fachsprache heißt, ist eine bakterielle Infektion. Die Erkrankung kann sehr langwierig und besonders für kleine Kinder auch lebensbedrohlich sein. Sie beginnt wie eine harmlose Erkältung mit Schnupfen und Husten, verändert sich jedoch im weiteren Verlauf zu den typischen stoßweise auftretenden Hustenanfällen, die vor allem nachts auftreten.

Die bakterielle Infektionskrankheit, die weltweit immer noch zu den meisten Todesfällen führt, ist die Tuberkulose. Im Jahr 2014 erkrankten etwa 9,6 Millionen Menschen weltweit. In Deutschland ist die Rate an neu diagnostizierten Tuberkuloseinfektionen vergleichsweise gering, 2015 beobachtete das Robert Koch-Institut jedoch einen Anstieg auf 5.865 Fälle im Vergleich zu 4.533 Fällen im Vorjahr. Gefährdet sind vor allem Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist. Die Ansteckung erfolgt durch engen Kontakt zu Erkrankten, in der Regel durch Tröpfcheninfektion über die Lunge. Meist gelingt es dem Körper, die Bakterien erfolgreich zu bekämpfen oder sie abzukapseln. Diese vom Immunsystem eingeschlossenen Entzündungsherde (Tuberkel) können im Röntgenbild sichtbar gemacht werden und geben der Krankheit auch ihren Namen. Eine Infektion lässt sich mit einer Kombination von Antibiotika inzwischen gut behandeln, allerdings stellen multiresistente Tuberkuloseerreger in den letzten Jahren ein wachsendes Problem dar.

Entzündungen in der Lunge spielen natürlich auch bei chronischen Lungenerkrankungen wie Asthma oder der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) eine zentrale Rolle.

Information

Mehr Informationen zu Entzündungen der Lunge: lungeninformationsdienst.de.