Vor Kurzem sind Sie 62 Jahre alt geworden. Wenn Sie auf die Jahre zurückblicken, was war der schönste Tag Ihres Lebens?

Das sind in erster Linie die Geburten meiner Kinder, dann war es der Tag, an dem ich meine Frau kennengelernt habe, und der Tag meines Comebacks. An diese Momente denke ich gern zurück, die privaten Dinge gewichte ich höher als die beruflichen. 

Wovon träumen Sie?

Ich möchte mit meiner Frau eine Weltreise mit einem Schiff machen, das ist ein bisher noch unerfüllter Traum. Außerdem wünsche ich mir, dass meine Kinder ihre Ziele im Leben erreichen und dass es meinen Mitmenschen und den Menschen, die mir nahestehen, gut geht. 

In diesem Jahr haben Sie Ihre neue CD „Seelenbahnen“ veröffentlicht. Was ist auf dem Album anders, im Vergleich zu seinen Vorgängern?

Ich habe erstmals ein Studioalbum mit meiner Band eingespielt. Dadurch ist es viel authentischer. Und ich habe mich auch zum ersten Mal dazu entschlossen, selbst zu produzieren, gemeinsam mit meinem Freund und Kollegen Peter Wagner. Die Produktion selbst ist rauer, kantiger und gitarrenlastiger als andere Alben von mir.

Außerdem habe ich mich diesmal als Texter gänzlich rausgehalten und habe stattdessen neue Liedautoren ins Boot geholt. Und mein Eindruck ist, das Album ist viel emotionslastiger als sein Vorgänger. 

„Seelenbahnen“ sind symbolisch genommen die Wege, die wir in unserem Leben eingeschlagen haben. Jede Falte in unserem Gesicht beschreibt so eine „Seelenbahn“, die von unserem Leben erzählt. Lachfalten, Sorgenfalten ... und die eine oder andere Narbe, die wir auf unserem Lebensweg bereits davongetragen haben. 

Ich setze andere Prioritäten und lebe mein Leben bewusster denn je.

Wie reagieren eigentlich Ihre Kinder auf Ihre Musik?

Wenn ich ein Album fertig habe, hören sie es sich an, danach stehen sie auf, gehen in ihre Zimmer und sagen noch kurz, ob es okay ist oder nicht. Meine Tochter, sie ist jetzt 15, hat drei Titel von mir auf ihrem iPhone. Und mein Sohn hört auch eher andere Sachen. Das muss auch so sein. Es wäre ungewöhnlich, wenn sie ausschließlich meine Musik hören würden.

Gefällt Ihnen die Musik Ihrer Kinder?

Sagen wir es mal so, ich informiere mich über ihre Musik und wenn ich mit ihnen zusammen im Auto sitze, höre ich auch mit. Das ist gut, denn so höre ich, wie das heutzutage klingt und erschrecke niemanden, wenn ich meine neuen Lieder veröffentliche. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

Zehn Jahre litten Sie an einer schweren Lungenerkrankung. Haben Sie daran geglaubt, jemals wieder eine Bühne betreten zu können?

Ich war irgendwie stets davon überzeugt, dass ich ins Berufsleben, dass ich auf die Bühne zurückkehren werde. Mich von der Krankheit unterkriegen zu lassen, war für mich kein Thema. Ein Organspender hat mir mein zweites Leben geschenkt. Seitdem bin ich wieder gesund. Dafür bin ich unfassbar dankbar.

Seit dem 26. Februar 2010 leben Sie mit einer neuen Lunge. Was haben Sie bei Ihrem ersten Atemzug gefühlt?

Das war so ein unbeschreibliches Gefühl, ich könnte mir vorstellen, dass Säuglinge sich so fühlen, wenn sie nach der Geburt ihren ersten Atemzug machen. Sie können es nur nicht in Worte fassen.

Sie haben seit Mitte der 1970er-Jahre über 90 Millionen Platten und CDs verkauft und den Schlagerfreunden unzählige Ohrwürmer geschenkt. Warum wollten Sie so zeitnah zurück auf die Bühne?

Für mein Publikum zu singen, ist ein großer Spaß, pure Lebensfreude. Ich habe den Idealzustand: mein Beruf ist mein Hobby. So gerät man nicht in einen Negativ-Stress-Zustand. Lampenfieber ist bei mir Vorfreude auf das, was kommt.

Was haben Sie bei dem ersten Bühnenauftritt nach Ihrer Transplantation gefühlt?

Glück, einfach nur Glück.

Sie engagieren sich unter anderem als Botschafter für die DSO – Deutsche Stiftung Organtransplantation. Was wollen Sie dadurch erreichen?

Eine Bewusstseinsänderung – und damit verbunden eine größere Bereitschaft zur Organspende.

Haben Sie selbst einen Organspendeausweis?

Ja. Und ich freue mich über jeden, der sich dafür entscheidet, einen Ausweis als Organspender zu unterzeichnen.

Haben die Krankheit und die Transplantation eigentlich Ihre Einstellung zum Leben und zu den Menschen verändert?

Wenn sich meine Einstellung nicht geändert hätte, hätte ich nicht aufgepasst und so einiges nicht verstanden ... Ich setze andere Prioritäten und lebe mein Leben bewusster denn je und gehe heute bewusster mit Zeit um. Ich möchte den Tagen und Stunden möglichst viel Sinn geben.

Dazu gehört besonders die gemeinsame Zeit mit meiner Frau und meinen Kindern. Diese Momente genieße ich sehr. Ich versuche, im Heute zu leben, nach morgen zu gucken und die Belastungen von gestern hinter mir zu lassen.