Wie gelingt es, den Alltag zu meistern, wenn einen schon das Treppensteigen keuchen lässt? Für Menschen mit einer Lungenkrankheit sind diese Erfahrungen Teil ihres täglichen Lebens.

Eine Lungenerkrankung hat große Auswirkungen auf die persönliche Lebensqualität der Betroffenen. Statistiken aus dem „Europäischen Weißbuch Lunge“ zeigen, dass fast acht Prozent der Erwachsenen und rund vier Prozent der Kinder in Deutschland Asthma haben. Auf die Gesamtgesellschaft hochgerechnet bewegen sich diese Zahlen in einem ähnlichen Rahmen.

In der EU sind Lungenerkrankungen verantwortlich für einen von acht Sterbefällen und über sechs Millionen Krankenhausaufenthalte pro Jahr. Die Statistik zeigt, dass sich diese Zahlen seit der Jahrhundertwende kaum verändert haben und sich auf einem konstant hohen Level halten.

Lungenpatienten genießen dabei selten die Sympathien der Gesellschaft, denn ihre Leiden werden oftmals als selbstinduziert wahrgenommen, etwa bei Rauchern. Doch nicht nur das Rauchen hat einen Einfluss auf eine Erkrankung der Lunge. Auch andere Faktoren wie die Luftqualität, die körperliche Betätigung und die Ernährung spielen eine wichtige Rolle.

Um die öffentliche Wahrnehmung von Patienten mit Lungenkrankheiten zu verbessern, sollten sich medizinische Gesellschaften und Wohltätigkeitsorganisationen auf diesen Gebieten politisch betätigen.

Menschen, die mit einer Lungenerkrankung leben, können durch ihr Wissen und ihre Erfahrungen entscheidend zur Gestaltung der Gesundheitspflege beitragen. Sie auch in ihren eigenen Pflegeablauf zu involvieren, hat wirksame und positive Auswirkungen auf das Resultat der Behandlung, die Prävention und schließlich auch auf die Lebensqualität der Betroffenen. Daher haben ELF und ERS sich dazu entschieden auf europäischem Level die Forschung im Lungenbereich voranzutreiben.

Doch noch muss eine Menge Arbeit im Bereich der Lungenkrankheiten bewältigt werden. Ziel ist es, die Anzahl der Lungenkrankheiten durch Förderung, Forschung, Unterstützung und Anerkennung zu reduzieren. Durch Kollaborationen zwischen Lungenspezialisten und Patienten, gepaart mit realitätsnaher politischer Unterstützung, kann dieses Ziel erreicht werden.