Die Beschwerden nahmen zu, und ihr langjähriger Hausarzt überwies sie schließlich an ein Lungenzentrum – die Diagnose: Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie, PH). Bei dieser schweren Erkrankung handelt es sich um eine dauerhafte Druckerhöhung in den Blutgefäßen des Lungenkreislaufs. In diesem wird das Blut vom Herzen durch die Lungen-(Pulmonal-)­Arterien in die Lunge transportiert und mit Sauerstoff angereichert.

Es gibt verschiedene PH-Formen, darunter die seltene pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH), die chronisch verläuft und unbehandelt sehr schnell lebensbedrohlich ist. Diese kann heute mit speziellen Medikamenten behandelt werden – am besten so früh wie möglich. Daher sollte bei unerklärlicher Luftnot ein Internist zur Abklärung aufgesucht werden.

Luftnot, Leistungstief, Müdigkeit – die Beschwerden bei PAH sind vielfältig

Die Beschwerden beginnen oft schleichend. Frühe Symptome sind Luftnot, Leistungseinschränkung, Müdigkeit – auch Brustschmerzen und Schwindel können auftreten. Diese Symptome sollten ernst genommen und der Arzt sollte darüber informiert werden. Die bei PAH anfangs unspezifischen Beschwerden führen dazu, dass die Erkrankung auch heute noch häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt wird, wenn die Betroffenen zum Beispiel ohnmächtig werden.

Wie entsteht PAH?

Alle Blutgefäße können sich je nach den körperlichen Erfordernissen verengen oder erweitern – mithilfe von Botenstoffen. Entsteht in den Lungenarterien ein Überschuss an gefäßverengenden Botenstoffen, kommt es in diesen Gefäßen zu dauerhaften Verengungen und schädlichen Umbauprozessen beziehungsweise krebsähnlichen Wucherungen, die den Blutfluss behindern. Der Blutdruck in den Lungenarterien steigt.

Um gegen den Druck weiterhin genügend Blut durch diese Gefäße pumpen zu können, muss die rechte Herzhälfte immer mehr leisten. Die Folge: Das rechte Herz nimmt an Muskelmasse zu. Das lässt sich jedoch nicht unendlich steigern, ab einem bestimmten Punkt ist das Herz den erhöhten Anforderungen nicht mehr gewachsen und es entsteht eine Rechtsherzschwäche, die tödlich verlaufen kann.

Starker Leidensdruck: Nichts ist mehr wie vorher

Ein erhöhtes Risiko haben speziell auch HIV-Patienten, Patienten mit angeborenem Herzfehler oder systemischer Sklerose. Die Patienten leiden stark unter den Symptomen der PAH. Jeder Schritt wird zur Qual und der Alltag zur Belastungsprobe. Zudem leiden die Patienten auch darunter, dass oft zwei bis drei Jahre vergehen, bis die Diagnose gestellt wird. Entscheidend ist, dass die PAH frühzeitig erkannt und adäquat behandelt wird. Denn mit den heute schon für frühe Stadien verfügbaren Therapien kann das Fortschreiten der Erkrankung verzögert und die Prognose wesentlich verbessert werden – auch wenn PAH derzeit noch nicht heilbar ist.

Lungenhochdruck und Bluthochdruck – was ist da der Unterschied?

Anders als die bekannte „Volkskrankheit“ Bluthochdruck, die den Körperkreislauf betrifft, ist der Lungenhochdruck selten und wenig bekannt. Im Gegensatz zum einfach diagnostizierbaren Bluthochdruck ist die Lungenhochdruck-Diagnostik komplex und sollte in einem spezialisierten Zentrum erfolgen.