In Deutschland ist Lungenkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung (Neuerkrankungen) bei Männern und die dritthäufigste bei Frauen. Das Lebenszeitrisiko, also die Wahrscheinlichkeit, ein Lungenkarzinom zu entwickeln beträgt bei einem Mann rund 1 zu 15 und bei einer Frau rund 1 zu 29.

Damit ist Lungenkrebs die mit Abstand häufigste Krebstodesursache bei Männern

Die Neuerkrankungsrate steigt insgesamt an und weist Unterschiede zwischen den Geschlechtern auf: Das veränderte Rauchverhalten zeigt sich durch einen Rückgang der Neuerkrankungen bei Männern, im Gegensatz zum verzeichneten Anstieg bei Frauen 25 Prozent aller krebsbedingten Todesfälle sind bei Männern auf Lungenkrebs zurückzuführen, 15 Prozent bei Frauen.

Damit ist Lungenkrebs die mit Abstand häufigste Krebstodesursache bei Männern und die zweithäufigste bei Frauen. Lungenkrebs gehört zu den Krebsarten mit ungünstiger Prognose: Die Wahrscheinlichkeit, fünf Jahre nach Diagnose noch zu leben, liegt für Frauen bei 21 und für Männer bei circa 16
Prozent.

Behandlung und Prognose hängen entscheidend von dem histologischen Tumortyp und der Ausbreitung der Tumorerkrankung bei Diagnosestellung ab.

„Klinische Zeichen und Symptome sind uncharakteristisch, so dass ein Lungenkarzinom häufig erst spät erkannt wird. Auch aufwendige zytologische, bronchoskopische und radiologische „Vorsorgeuntersuchungen“ konnten bisher nicht entscheidend zur Frühdiagnose beitragen“, schildert Dr. med. Marlitt Horn.

Behandlung und Prognose hängen entscheidend von dem histologischen Tumortyp und der Ausbreitung der Tumorerkrankung bei Diagnosestellung ab. „Im Gegensatz zu anderen Organtumoren können bei der mikroskopischen Gewebeuntersuchung (Histologie oder Zytologie) der Lungenkarzinome regelhaft zwei unterschiedliche Entitäten unterschieden werden - nämlich kleinzellige (15 bis 20 Prozent) und nichtkleinzellige Lungenkarzinome (gut 80 Prozent)“, erklärt Dr. med. Marlitt Horn an der LungenClinic Großhansdorf.

Kleinzellige Lungenkarzinome

Das primär ungünstigere kleinzellige Karzinom ist durch sehr schnelles Tumorwachstum und eine frühzeitige Ausbreitungstendenz (Metastasierung) gekennzeichnet. Aufgrund dieser Eigenschaften spricht es aber auch besonders gut auf zytoreduktive Behandlungsmaßnahmen an. Deswegen stellt eine Chemotherapie die Behandlung der Wahl dar.

Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom

Das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom ist eine aggressive Krebsform, die sich durch häufige und rasche Zellteilung schnell ausbreitet.

Für den nicht-kleinzelligen Lungenkrebs stehen seit kurzem neue Therapieoptionen aus dem Bereich der Immunonkologie zur Verfügung. Diese können eingesetzt werden, wenn der Krebs bereits gestreut hat und nicht mehr operativ entfernt werden kann.

Immunonkologische Therapien sind beispielsweise Antikörper wie Pembrolizumab.

„Diese neuen immunonkologischen Wirkstoffe haben ein anderes Wirkprinzip als bisherige Behandlungsformen: Sie zielen darauf ab, das körpereigene Immunsystem für den Kampf gegen den Krebs stark zu machen und zu reaktivieren. Das Immunsystem der Krebspatienten kann so wieder in die Lage versetzt werden, die Krebszellen zu erkennen und sie zu zerstören.

Immunonkologische Therapien sind beispielsweise Antikörper wie Pembrolizumab. Sie binden an bestimmte Rezeptoren auf der Oberfläche von Immunzellen, den T-Zellen und blockieren die Andockstelle für die Krebszelle. Somit wird die T-Zelle nicht mehr durch das Andocken der Krebszelle "ausgebremst" und kann ihre Funktion, die Bekämpfung von Krebszellen, wieder ausführen.

Für zuvor behandelte Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium können immunonkologische Wirkstoffe die Prognose verbessern“, so Dr. med. Marlitt Horn.