Ein starker Raucher verkürzt sein Leben um rund zehn Jahre gegenüber einem Nichtraucher. Rauchen schadet der Gesundheit – dessen ist sich jeder Raucher bewusst. Gut gemeinter Rat ist meist zwecklos. Wie schwer es ist, dem blauen Dunst abzuschwören, weiß Ex-Qualmer Heiner Lauterbach.

Was hat Sie dazu bewogen, vor einigen Jahren Ihr Leben auf den Kopf zu stellen, neu zu sortieren und vor allem mit dem Laster des Rauchens aufzuhören?

Bereits als ich mit dem Rauchen angefangen habe, wusste ich, dass ich eines Tages wieder damit aufhören werde. Wichtig war mir bei diesem Gedanken immer, es rechtzeitig zu tun.

Die letzte Zigarette habe ich mit Til Schweiger in seiner Finca auf Mallorca geraucht.

Bitte gehen Sie genauer darauf ein.

Aufhören bevor es zu spät ist. Damit meine ich, man sollte das Rauchen sein lassen, bevor man dadurch körperliche Probleme wie einen Herzinfarkt oder eine Beinamputation bekommt – um es mal drastisch zu formulieren. Ich habe immer nach dem Motto gelebt, dass man alles im Leben machen und ausprobieren kann, jedoch rechtzeitig auch wieder damit aufhören muss.

Wie kamen Sie zum Rauchen? Erinnern Sie sich noch an Ihre erste Zigarette?

Meine erste habe ich mit sechs Jahren geraucht, als ich mit Freunden auf einem Trümmergrundstück herumgestreunert bin. Richtig angefangen habe ich mit 15 Jahren. Damals habe ich in einer Band gespielt, und im Übungsraum wurde mehr gequalmt als geprobt – wer da nicht geraucht hat, war selber schuld. (lacht)

Und Ihre letzte?

Die letzte Zigarette habe ich mit Til Schweiger in seiner Finca auf Mallorca geraucht. Auch nach wie vor rauchen wir noch eine zusammen, doch nur in ganz besonderen Genussmomenten – das möchte ich mir auch bewahren. Ich möchte mit einem guten Freund nachts, mit einer Flasche Rotwein und einer Schachtel Kippen, an den Strand gehen können, rauchen, trinken und über das Leben philosophieren – ohne dass das gleich wieder den Totalabsturz bedeutet. Das war mein Langzeitplan, und den habe ich auch umgesetzt.

War es schwer, dann dem Rauchen ade zu sagen? Welche Hürden gab es?

Natürlich war es schwer – ohne Frage. Ich hatte mir Nikotinpflaster und -kaugummis zur Unterstützung gekauft. Doch alles in allem ist es schon wahnsinnig anspruchsvoll, denn das Rauchen fehlt einem anfangs sehr. Ich habe das immer besonders morgens, nach dem Frühstück, gemerkt. Wenn man in seine Hemdtasche fasst, um die Zigarettenschachtel rauszuholen, und ins Leere greift, weil man ja nicht mehr raucht, ist das schon ein beschissenes Gefühl – ohne Frage. Doch dieses Gefühl vergeht und es weicht einer großen Freude, dass man es geschafft hat. Mein größter Tipp an alle Raucher, die aufhören möchten, lautet deshalb: Durchhalten!

Was hätten Sie Ihrer letzten Zigarette in einem Abschiedsbrief geschrieben?

Es war schön mit dir, doch man soll ja immer aufhören, wenn es am Schönsten ist!

Zum Abschluss verraten Sie uns bitte noch Ihre aktuellen Projekte.

Ich drehe in Marokko einen Zweiteiler namens „Rache“ für die ARD, der Anfang nächsten Jahres ausgestrahlt wird. Für dieses Projekt habe ich angefangen Arabisch zu lernen, um mich vor Ort wenigstens ein bisschen verständigen zu können. Zudem wurde im Juli "Meister des Todes" auf dem Münchener Filmfest ausgestrahlt, den wir in Mexico gedreht haben.Dieser Film wird im Herbst dann auch in der ARD gezeigt.