Die zur Einatmung notwendige Muskelarbeit übernimmt zum größten Teil das Zwerchfell, welches dabei tiefer tritt und die Bauchdecke vorwölbt ("Bauchatmung"). Die Ausatmung ist weitgehend passiv, die Bauchdecke flacht wieder ab. Wird die Einatmung vorwiegend durch die Muskulatur des Brustkorbs erzeugt ("Brustatmung"), wie beispielsweise bei einer Schwäche des Zwerchfells, zieht sich bei der Einatmung die Bauchdecke ein, weil das Zwerchfells passiv in den Brustkorb gezogen wird.

Diese Form der Atmung ist unökonomisch und zumeist krankheitsbedingt. Allerdings tritt sie auch bei zu eng sitzender Kleidung und bei einem zu eng geschnürten Gürtel auf, da das Zwerchfell hierdurch nicht tiefer treten kann. Dies wird auch beim Einziehen der Bauchdecke bei Menschen in Kauf genommen, die sich zu dick fühlen, häufig gerade bei Jugendlichen ("Brust raus – Bauch rein"). Aber auch Stress, Aufregung und Freude kann zu überwiegender „Brustatmung“ und hochfrequentem Atmen führen - mit dem Gefühl „nicht genügend Luft zu bekommen“.

Bei Erkrankungen, wie z.B. Asthma oder COPD kann durch Atemphysiotherapie ein möglichst ökonomisches Atmen erlernt werden. Auch kann mit der Atemphysiotherapie ein emotional bedingtes zu schnelles, vertieftes Atmen ("Hyperventilation") verhindert werden.

Tipps für Lungengesunde:

Atemweg Nase:

  • Sorgen Sie für eine freie Nasenatmung
  • Atmen Sie durch die Nase ein und aus
  • Vermeiden Sie das Austrocknen der Nasenschleimhaut. In klimatisierter Umgebung, zum Beispiel im Flugzeug, im Zug, hilft der Einsatz eines befeuchtenden Nasensprays
  • Setzen Sie behutsam die Nasenspülung ein, wenn die Nase durch Erkältung, Pollenbelastung und staubige Luft beeinträchtigt ist

Zwerchfellatmung - „Bauchatmung“

  • Lassen Sie das unbewusste Vorwölben der Bauchdecke bei der Einatmung zu (Hinweis für Zwerchfellatmung)
  • Halten Sie den Bauch nicht eingezogen
  • Vermeiden Sie den Bauch einengende Kleidung
  • Überlassen Sie Ihrem Atemzentrum die Steuerung Ihrer natürlichen Atmung
  • Entspannen Sie sich bei Bedarf mit dem bewusstem Wahrnehmen der unwillkürlichen „Bauchatmung“

„Brustatmung“

  • Vernachlässigen Sie das betonte Heben des oberen Brustkorbes