Statt die Sonnenstrahlen zu genießen, flüchten sie nach drinnen, um dem Blütenstaub in der Luft aus dem Weg zu gehen.  

In Deutschland leidet bereits jeder Fünfte an Heuschnupfen – Tendenz steigend.

„Trotzdem werden nur etwa zehn Prozent der Allergiker medizinisch richtig behandelt“, sagt Anja Schwalfenberg vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB). Allergien würden oft nicht ernst genug genommen, manchmal nicht einmal von Ärzten und Krankenkassen. „Dabei sind Allergien keine Bagatell-Erkrankung!“, so die Patientenberaterin.

Auch die 23-jährige Studentin Julia Kurz reagierte auf diverse Gräserpollen hochgradig allergisch, zusätzlich setzten ihr die Pollen von verschiedenen Bäumen sowie Hausstaubmilben stark zu. Als sich ihre Allergie weiter verschlechterte und sich die Beschwerden vom Nasen-Rachen-Raum auf die unteren Atemwege und die Lunge ausbreiteten, musste sie für Notfälle ein Asthmaspray mit sich führen.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass bis zu 40 Prozent der Patienten mit einem allergischen Schnupfen infolge der Erkrankung auch von Asthma betroffen sind.

Stoppen lässt sich dieser Verlauf nur mit einer ursächlichen Therapie: der Hyposensibilisierung, auch als „Allergie-Impfung“ bekannt.
Dabei wird das Immunsystem über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren genau festgelegten Dosen des Allergens ausgesetzt, um nach und nach eine Toleranz gegenüber dem Allergen zu entwickeln.

Die Therapie wird als subkutane Lösung, in Form von Spritzen beim Arzt verabreicht  oder als Tablette zu Hause eingenommen. Dafür entschied sich auch Julia Kurz. Ihre „Gräsertablette“ muss sie einmal täglich unter der Zunge zergehen lassen. Die Tablette enthält Gräserpollen, an die sich der Körper langsam gewöhnt und in Folge seine übertriebenen Abwehrreaktionen einstellt.

Seitdem Julia Kurz die Gräsertablette nimmt, hat sich ihr Allgemeinzustand deutlich verbessert.

Sie ist nicht mehr so müde, das Nasenspray ist kaum noch notwendig und auch ihre leichten Asthma-Anfälle sind schon sehr viel seltener geworden. Egal in welcher Form eine Immuntherapie durchgeführt wird, die meisten Betroffenen berichten bereits nach wenigen Monaten von einer spürbaren Besserung ihrer Beschwerden. Zudem kann eine Immuntherapie auch allergischem Asthma vorbeugen – und Heuschnupfengeplagte sich damit eine zusätzliche Verschlechterung ihrer Lebensqualität ersparen.